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Muskatnuss in der Parfümerie

Muskatnuss in der Parfümerie

 

Eine wilde Geschichte über Gewürze, Drogen und Kriege

Der Duft ist würzig, etwas scharf, und trotzdem mit einer leichten Süße. Die meisten Menschen kennen ihn vor allem aus der Küche. Es geht um eine kleine braune Kugel, die Muskatnuss. Schon eine leichte Prise genügt, um einem Gericht das gewisse Etwas zu geben. Ihr Aroma ist so nuancenreich, dass sie zu salzigen wie auch süßen Speisen gleichermaßen passt. Kein Wunder also, dass die Muskatnuss auch in der Parfümwelt eine besondere Rolle spielt.

 

Die Muskatnuss stammt aus Indonesien

Auch wenn Muskat in keinem Gewürzregal fehlen darf, wissen wir oft erstaunlich wenig über die kleine Nuss. Angefangen damit, dass die Muskatnuss überhaupt gar keine echte Nuss ist. Tatsächlich ist sie eigentlich der Samen des Muskatnussbaums, auch Myristica fragrans genannt.

Dabei handelt es sich um einen tropischen, immergrünen Baum, der vor allem in Asien, Südamerika und Afrika zu finden ist. Ursprünglich stammt der Muskatnussbaum von den Banda-Inseln, einer indonesischen Inselgruppe, die auch als „Gewürzinseln“ bekannt sind.

Einst wurde die Muskatnuss vor allem in der Medizin eingesetzt, da sie eine antiseptische und desinfizierende Wirkung besitzt. In der traditionellen Naturheilkunde wird sie deswegen gerne bei Magen-Darm-Problemen sowie Infektionskrankheiten eingesetzt. Sie kann entweder gemahlen werden oder als gepresstes Öl eingesetzt werden. Beides besitzt den charakteristischen Gewürzduft, der sie auch für den Einsatz in der Kulinarik und Kosmetik so beliebt macht.

 

Muskat: Eine Frucht mit betörenden Aromen

„Nuss, die nach Moschus duftet“ – so lautet die eigentliche Bezeichnung der Muskatnuss. Der Name leitet sich von lateinisch nux (Nuss) und muscus (Moschus) ab. Denn der sinnliche Duft hat eine leicht moschusartige Note. Der vollmundige, etwas animalische Geschmack ist warm und würzig und besitzt sehr viel Tiefe, leicht süßlich, gleichermaßen scharf. Kaum ein anderes Gewürz besitzt so ein Aromenspektrum wie die Muskatnuss.

Der Samen sitzt in einem harten Kern, der von orangefarbenem Fruchtfleisch geschützt wird. Der Samenmantel wird abgeschält, getrocknet und anschließend als „Muskatblüte“ verkauft. Die verbleibenden Samen legt man zum Trocknen in die Sonne, um sie anschließend als Gewürz zu verkaufen.

 

Der aufregende Weg nach Europa

Sie wirkt zwar ganz unscheinbar und brav, aber die Muskatnuss hat eine ganz schön verruchte Vergangenheit mit Sex, Drogen und Kriegen hinter sich. Denn das kleine, runde Gewürz war ein teures Gut.

Wann die Muskatnuss erstmalig ihre Heimat auf den Banda-Inseln verlassen hat, ist nicht ganz geklärt. Die Entdeckung durch europäische Seefahrer war wohl eher Zufall, jedoch gab es die Muskatnuss bereits seit dem 9. Jahrhundert regelmäßig auf europäischen Märkten zu kaufen.

Ein richtiger Handel mit der Muskatnuss ist jedoch erst seit dem Jahr 1512 bekannt. Zu der Zeit war eine Muskatnuss eine echte Kostbarkeit und kostete ein kleines Vermögen. So kam es immer wieder zu Kriegen zwischen den großen Seefahrernationen Spanien, Großbritannien, Portugal und den Niederlanden. Letztere konnten sich behaupten und regierten bis ins 18. Jahrhundert den Muskatnusshandel. Sklaverei, Mord, Enteignung und Brandrodung spielten dabei ebenfalls eine Rolle. Die Niederländer regulierten den Anbau extrem streng und hielten den Bestand klein und erzielten dadurch exorbitante Preise.

Schließlich gelang es einem Franzosen jedoch einige Samen der kostbaren Pflanze nach Mauritius zu schmuggeln und dort eigene Muskatbäume anzupflanzen. So gelangte die Muskatnuss in die französischen Kolonien und schlug das niederländische Monopol nieder. Die Preise für Muskatnüsse sanken, wodurch das Gewürz für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich wurde.

 

Muskatnuss als Halluzinogen

Die Muskatnuss wurde bald nicht nur als Gewürz geschätzt, sondern vor allem auch als Droge und Aphrodisiakum. So wurden Cocktails mit Muskatnuss bestäubt, um eine leicht berauschende Wirkung zu erreichen. Auch bei Häftlingen war die Muskatnuss äußerst beliebt als alternative Droge zu Alkohol und Marihuana. In vielen Kulturen war die Muskatnuss zudem ein beliebtes Mittel zur Steigerung der Libido. In größeren Mengen verleiht die Muskatnuss nämlich einen Rauschzustand, der schon im alten Indien zur Steigerung erotischer Reize gerne eingesetzt wurde.

Die halluzinogene Wirkung der Muskatnuss ist auf drei psychoaktive Substanzen zurückzuführen: Myristicin, Elemicin und Safrol. Diese hemmen den Abbau von Serotonin und Dopamin, weswegen die Muskatnuss ein natürlicher Stimmungsaufheller ist. Das Myristicin wird zudem in Amphetamin umgewandelt, wodurch MDMA entsteht, was auch als „Ecstasy“ bekannt ist.

Um eine berauschende Wirkung zu erzielen, sind jedoch große Mengen der Muskatnuss notwendig. Und wie jede Droge, hat auch der übermäßige Konsum von Muskat seine Nebenwirkungen: Herzrasen, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind die Folgen, die sogar lebensgefährlich enden können.

Da die Muskatnuss leider nur schwer zu dosieren ist und der Konsum entsprechend häufig zu Vergiftungen führte, verlor sie allmählich ihre Beliebtheit als Halluzinogen. In kleinen Mengen als Gewürz ist die Muskatnuss übrigens absolut unbedenklich. Eine berauschende Wirkung zeigt sich erst ab etwa fünf Gramm.

 

Muskatnuss im Parfüm

In der Parfümwelt ist die Muskatnuss mit ihren faszinierenden Duftnuancen vergleichsweise selten anzutreffen. Dabei scheint ihre Vielschichtigkeit gerade als Duftnote ein idealer Begleiter zu sein. Die Zugabe von Muskatnuss muss allerdings sehr sorgsam dosiert werden, da ihre starke Würze sonst zu sehr hervorsticht.

Ein guter Parfümeur vermag es jedoch, die Muskatnuss in eine Komposition so einzugliedern, dass sie eine perfekte Balance in der Textur bildet. Aus diesem Grund findet man Muskatnuss vorwiegend in Nischendüften und nicht in Massenware. Kleinere Manufakturen lassen sich mehr Zeit für die Kreationen und kreieren auch Düfte abseits von generischen Trends.

Am häufigsten wird die Muskatnuss als Herznote in einem Parfüm eingesetzt. Besonders in sommerlichen Männerdüften passt der süßliche Moschus hervorragend und verleiht dem Parfüm eine aromatische Mystik. Je nachdem wie man die Muskatnuss mit anderen Essenzen kombiniert, ergeben sich natürlich auch wundervolle Unisexdüfte und Parfüme für Frauen. Die Muskatnuss passt hervorragend zu Ingwer, Holz und anderen Gewürzen. Schafft es ein Parfümeur die jeweiligen Eigenschaften gekonnt miteinander zu verbinden, entstehen faszinierende Düfte voll Sinnlichkeit, mit würzig-erdigen Tönen, die in einem sanften Schleier davongetragen werden.

 

Verwendung in der Kosmetik

Nicht nur in Parfümen hat die Muskatnuss Einzug gefunden, sondern auch in Kosmetikprodukten wie Cremes, Seifen und Lotionen. Dabei kommt es vor allem als ätherisches Öl zum Einsatz, das einen intensiv vollmundigen Duft besitzt. Im ätherischen Öl kommen die wohltuenden Inhaltsstoffe der Muskatnuss besonders gut zur Geltung. So fördern Produkte mit Muskatnuss die Durchblutung und wirken anregend und lindern dadurch Verspannungen.



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