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Pheromone in Parfums

Pheromone in Parfums

 

Pheromone werden in der Parfumindustrie gerne zu Werbezwecken eingesetzt. Die Hersteller versprechen, dass man damit bei der Partnerwahl mehr Aufmerksamkeit erreicht. Eine Art Aphrodisiakum aus dem Flakon. Die Wissenschaft hat daran jedoch so ihre Zweifel. Denn die meisten Lockstoffe in den Parfums konnten in Studien bisher nicht mit dem gewünschten Effekt validiert werden. Lediglich ein Duftstoff konnte eine messbare Reaktion hervorrufen: Hedione.

 

Was sind Pheromone?

Bei Pheromonen handelt es sich um chemische Substanzen, die unser Körper auf natürlich Weise absondert. Es sind bestimmte Duftstoffe, die insbesondere beim anderen Geschlecht eine positive Wahrnehmung erzeugen soll. Vor allem im Tierreich ist diese Art der olfaktorischen Kommunikation sehr stark verbreitet. Auch beim Menschen konnten spezielle Rezeptoren in der Nase nachgewiesen werden, die auf Pheromonsignale antworten. Reagieren diese auf einen bestimmten Duftstoff, wird unser Gehirn mit einem sexuellen Reiz stimuliert. Dadurch wird also unsere Lust gesteigert und wir bekommen das Gefühl von Kompatibilität.

 

Pheromone als Duftkomponente

Einer der bekanntesten „Lockstoffe“ ist Moschus. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einzelnes Pheromon, sondern um eine Duftkombination, die pheromonähnliche Bestandteile enthält. Die häufigsten Pheromone, die in Parfums zum Einsatz kommen, sind Androstenon, Androstenol und Androstenedion. Für diese Duftmoleküle gibt es jedoch bislang keine Studien, die eine Wirksamkeit beim Menschen nachweisen konnten. Dennoch nutzen einige Parfumhersteller diese Pheromone, um ihre Produkte mit einer besonders sexuellen Anziehungskraft zu bewerben.

Und es wäre auch so einfach: Ein Spritzer Pheromon-Parfum aufgetragen, und schon fällt einem die oder der Angebetete um den Hals. Leider (oder glücklicherweise?) geht es ganz so einfach nicht. Bei den meisten Parfums mit Pheromonen werden diese lediglich zur besseren Vermarktung eingesetzt, getreu dem altbekannten Slogan „Sex sells“. Die Folge sind überteuerte Produkte ohne Wirkung.

 

Hedione: Die einzig nachweisbare Verführung

Es gibt jedoch einen Duftstoff, der nach wissenschaftlichen Ergebnissen tatsächlich einen positiven Reiz beim Menschen auslösen kann. Dabei handelt es sich um Hedione. In einigen Nischenparfums ist dieser Duftstoff beispielsweise enthalten. Die Studie wurde in dem Fachmagazin „Neuroimage“ (Ausgabe 113, 2015) veröffentlicht. Darin konnte bewiesen werden, dass Hedione die Pheromonrezeptoren aktivieren konnte und durch den olfaktorischen Reiz einen geschlechtsspezifischen Stimulus im Gehirn auslösen konnte, der auf die Hormonausschüttung wirkt.

Die meisten Nischendüfte mit Hedione werden bewusst nicht mit Pheromonen beworben, um nicht mit unseriösen Anbietern verwechselt zu werden. Allerdings scheinen Hedione besser in Frauenparfums zu wirken, da viele weibliche Studienteilnehmer den Duftstoff nicht riechen konnten, weswegen er sich besser als Männerlockstoff eignet. Zudem duftet Hedione nach Jasmin und Magnolienblüte, was ihn als blumige Duftkomponente eher in Frauendüften ansiedelt. Es ist Bestandteil des Jasminöls, wird jedoch synthetisch hergestellt.

Offen bleibt allerdings die Frage, ob der Duftstoff wirklich einen Einfluss auf unser Verhalten hat. Denn aktuell ist lediglich bekannt, dass er Einfluss auf die Ausschüttung unserer Sexualhormone hat. Inwiefern dieser Effekt jedoch tatsächlich eine anziehende Wirkung hat, muss erst noch untersucht werden. Bis dahin müssen wir wohl weiterhin unseren Charme einsetzen – und ein Spritzer des Lieblingsparfums hat natürlich auch noch nie geschadet.

Foto:Shutterstock