Öle erleben in der Körperpflege gerade eine große Renaissance – wenn man das überhaupt so sagen kann, denn waren sie wirklich jemals weg? Egal, fest steht: Schon vor tausenden Jahren wusste man die pflegende Wirkung von Ölen auf die Haut zu schätzen. Bereits in der Antike und ihren „Spas“ und in den ersten Seifen, die Menschen herstellten, waren Öle mit von der Partie. Heute sind Kokosöl, Olivenöl, Sesamöl und Co. nicht nur in der Küche Dauerbrenner, sondern auch in der Pflege von Haut und Haaren allgegenwärtig.

Öl auf der Haut – essentielle Nahrung für gesunde Haut

Die Frage, warum Öl so wertvoll in der Hautpflege ist, kann schnell beantwortet werden. Die pflanzlichen Fette, die einen großen Anteil der Öle ausmachen, sind in ihrem Aufbau den Lipiden der menschlichen Haut sehr ähnlich. Schon allein diese „Verwandtschaft der Fette“ macht aus den Ölen super Pflegesubstanzen, da sie den Lipidmantel der Haut super unterstützen können, v. a. beim Einschließen von Feuchtigkeit. Dazu kommt, dass je nach Herkunftspflanze viele Öle reich an Wirkstoffen sind, die der Haut zugutekommen. Viele sekundäre Pflanzenstoffe und ungesättigte Fettsäuren haben Anti Aging Qualitäten: Sie kurbeln den Stoffwechsel der Haut und die Synthese neuer Hautzellen an, sie machen freie Radikale unschädlich und sie hellen Pigmentflecken auf.

Der natürliche Ursprung macht den Unterschied

Pflanzenöle haben den Ruf, stark zu riechen. Gerade wegen ihres charakteristischen Geruches wurden sie daher in den vergangenen Jahrzehnten von geruchlosen Mineralölen aus der Kosmetik verdrängt. Diesen synthetischen Ölen fehlen jedoch die pflanzlichen Wirkstoffe, die die natürlichen Öle so wertvoll machen. Die Herstellung des Öles macht für die Pflegewirkung allerdings einen Unterschied. Wärmebehandelten Ölen, denen eine desodorierende (also den Geruch entfernende) Behandlung unter Hitzezufuhr „zugutekam“, gehen viele wichtige Wirkstoffe verloren, da diese wertvollen Inhaltsstoffe oft hitzeempfindlich sind. Nur Öle, die kaltgepresst wurden, behalten alle Begleitstoffe, die sie für uns zu so potenten Pflegehelfern machen. Dazu zählen etwa Tocopherole (eine Form des Vitamin E), die stark antioxidativ wirken, und andere wertvolle Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole.

Das können die fettigen Stars

Je nachdem, welche Bedürfnisse die Haut hat, kann man mit dem richtigen Ölmix die Hautpflege unterstützen. Die meisten Hautpflegeprodukte auf Ölbasis setzen ohnehin auf eine Mischung von Ölen, um ein möglichst breites Spektrum an Wirkungen und Hauttypen abdecken zu können.

Aloe Vera-Öl: fast schon sowas wie ein Klassiker. Spendet Feuchtigkeit und wirkt entzündungshemmend. Vor allem trockene und spröde Haut wird beruhigt. (Wer eine Aloe Vera Pflanze zuhause hat, kann mit der Flüssigkeit der Pflanze direkt die Haut behandeln!)

Aprikosenkernöl: enthält viel Linolsäure, die die Hautbarriere stärkt. Erhöht zudem die Elastizität der Haut. Auch bei Lichtschäden und Sonnenbrand verspricht das Aprikosenkernöl Linderung.

Arganöl: eins der derzeitigen „Trend-Öle“, die Haut und Haar verschönern sollen. Reich an Vitamin E, das freie Radikale abwehrt und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut reguliert. Besonders trockene und empfindliche Haut profitiert von der Pflege mit Arganöl.

Avocadoöl: schützt die Haut, bindet Feuchtigkeit und sorgt für ein verfeinertes Hautbild. Auch hier gilt: besonders für sehr trockene Haut geeignet.

Granatapfelsamenöl: sehr wirksam im Beseitigen freier Radikale. Insbesondere für reife Haut geeignet, da die enthaltenen Flavonoide und Polyphenole die Zellwände stärken und regenerierend auf den gesamten Organismus wirken.

Inka-Nuss-Öl: Reich an Alpha-Linolensäure, das die Hautbarriere kräftigt und regeneriert. Viel Vitamin E wirkt antioxidativ. Auf fettige Haut hat das Inka Nuss Öl eine ausgleichende Wirkung, vor allem in Kombination mit Traubenkernöl. Zieht gut ein ohne zu fettig zu wirken.

Johanniskrautöl: ein entzündungshemmendes und wärmendes Öl, das rissige und trockene Haut beruhigt. Besonders geeignet für Haut, die zu Irritationen neigt.

Jojobaöl: entzündungshemmend, ein guter Feuchtigkeitslieferant auch für fettige Hauttypen. Schützt die Haut vor Wasserverlust, ohne beschwerend auf der Haut aufzuliegen. Da es einige Keime abtötet, ist es auch für unreine Haut gut geeignet.

Kameliensamenöl: für empfindliche und trockene Haut ein guter Feuchtigkeitsspender. Wirkt außerdem „einhüllend“ und kann gut Inhaltsstoffe in die Haut einschleusen. Entsprechend zieht das Kameliensamenöl sehr gut ein.

Macadamianussöl: wunderbar geeignet für trockene und sensible Haut, denn seine Zusammensetzung ist der unseres Sebums sehr ähnlich. Glättet die Haut, regeneriert und macht sie weicher. Auch in der Haarpflege beliebt.

Mandelöl: vielseitig einsetzbar, auch in der Pflege von Babys und Kleinkindern. Dringt tief in die Hornschicht der Haut ein und schleust Wirkstoffe ein, da seine Moleküle die Haut gut passieren können. Daher ist es als Basisöl gut geeignet. Eine rückfettende und ausgleichende Pflege ergibt eine Kombination mit einer Pflanzenbutter und einem linolsäurehaltigen Öl.

Nachtkerzenöl: hat einen hohen Anteil an Linolsäure, darunter auch die seltene Gamma-Linolsäure. Besonders schuppige und sehr trockene Haut profitiert von der feuchtigkeitsspendenden Wirkung des Öls. Regeneriert den Lipidmantel der Haut und schützt so vor Wasserverlust.

Sanddorn-Fruchtfleischöl: wirkt entzündungshemmend und regenerierend, besonders auf reifer Haut. Beruhigt und stärkt Haut, die zu Trockenheit neigt. Schützt die Zellmembranen und wird daher gern auch auf sonnengeschädigter Haut eingesetzt.

Schwarzkümmelöl: wirkt antioxidativ durch seinen hohen Vitamin E Gehalt und regt den Stoffwechsel der Haut an durch seinen hohen Anteil an Alpha-Tocopherol. Regeneriert die Lipidschicht der Haut und ist auch für allergische und empfindliche Haut geeignet.

Sesamöl: dringt gut in die Haut ein und ist daher als Basis- und Trägeröl beliebt. Regeneriert die Hornschicht der Haut. Beliebt als Massageöl, aber in der Pflege auch für trockene und fahle Haut geeignet.

Shea Butter: steckt voller Antioxidantien und hautfreundlichen Fettsäuren. Enthält außerdem entzündungshemmendes und zellregeneratives Allantoin sowie Linolsäure. Aufgrund ihrer rückfettenden, glättenden und zudem beruhigenden Wirkung wird Shea Butter gern auf trockener und barrieregestörter Haut verwendet.

Traubenkernöl: schützt die Zellmembranen und bekämpft effektiv freie Radikale dank hoher Anteile an Polyphenolen und Tocopherolen. Zieht leicht ein und liegt nicht schwer auf der Haut auf und ist daher auch für fettige und unreine Haut geeignet.

Weizenkeimöl: durch seinen hohen Anteil an Tocopherolen (höher als bei allen anderen pflanzlichen Ölen) besonders für die Pflege barrieregestörter, reifer und trockener Haut geeignet. Es regt die Durchblutung an und macht die Haut überaus elastisch. Zieht langsam, aber sehr tief in die Haut ein.

Wildrosenöl: glänzt durch einen besonders hohen Anteil an Alpha-Linolensäure, es ist das beste Öl zur Regeneration der Haut und zur Behandlung von Narben und Pigmentflecken. Regt außerdem die Bildung neuer Hautzellen an und ist auch für reife Haut hervorragend geeignet.


Die Körperöle bei Meinduft:


 

Je nach den Pflegebedürfnissen der Haut finden sich in ölbasierten Pflegeprodukten und Cremes einander ergänzende Öle, die für den jeweiligen Hauttyp die bestmögliche Pflegewirkung erzielen sollen. Einige Naturkosmetikfans und Beauty-Begeisterte mischen sich ihr persönliches Pflegeöl auch aus den entsprechenden puren Ölen selbst zusammen. Wem das zu aufwändig ist, dem haben wir hier eine Auswahl unserer beliebtesten Pflegeöle zusammengestellt.

Liebe Grüße aus Mainz

Eure Karolin